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Norddeutsches Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz in der Medizin geplant © www.mediaserver.hamburg.de/Geheimtipp Hamburg

Hamburg soll KI-Zentrum für Medizin bekommen

Universitäten aus Hamburg, Lübeck, Kiel und Bremen reichen mit Unterstützung der Länder Forschungsantrag für über 10 Millionen Euro ein

Ein norddeutscher Forschungsverbund, zu dem auch Hamburg gehört, plant die Einrichtung eines KI-Kompetenzzentrums für Medizin. Um eine langfristige Förderung des Projekts zu gewährleisten, nimmt das Konsortium am Wettbewerb ‚Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme‘ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) teil. Das Projekt ‚KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme’ (KI-SIGS) und den entsprechenden Förderantrag haben die Universitäten Hamburg, Lübeck, Kiel und Bremen sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) mit Unterstützung der jeweiligen Landesregierungen Mitte August 2019 vorgestellt.

Insgesamt geht es um ein Fördervolumen von rund 10 Millionen Euro für eine Laufzeit von drei Jahren. An dem Konsortium sind vier Hochschulen, zwei Forschungseinrichtungen, 12 Unternehmen und zwei Kliniken, darunter das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), beteiligt.

Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft

„Wir wollen tragfähige Antworten auf die Frage finden, wie Künstliche Intelligenz die Gesundheitstechnologie verbessern kann“, sagt Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg. Dabei solle das KI-Kompetenzzentrum als Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft fungieren. Die zunehmende Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft, Medizin und Medizintechnik lässt die Anzahl an komplexen Datensätzen rasant ansteigen. Diese bergen wiederum ein großes Potenzial für intelligente Gesundheitssysteme und adaptive, selbstlernende KI-Technologien. Somit soll das geplante Kompetenzzentrum vor allem eine Plattform zum Austausch von Know-how und technischen Ressourcen darstellen. Dazu sollen neun Verbundprojekte gehören, mit Schwerpunkt auf adaptive medizinische Systeme, lernende robotische Assistenzsysteme und Smart-Living Home-Assistenten.

Universität Hamburg und UKE als Schlüsselakteure

Die Universität Hamburg wurde erst kürzlich (Juli 2019) als Exzellenzuniversität ausgezeichnet und ist mit dem Fachbereich Informatik und dem UKE in mehreren Arbeitsbereichen des Projekts KI-SIGS vertreten. Der Fokus solle dabei vor allem auf der Erforschung und Entwicklung von intelligenten Assistenzsystemen liegen, erklärt Prof. Frank Steinicke, verantwortlich für die Forschung zur Mensch-Computer-Interaktion am Fachbereich Informatik der Universität Hamburg. Im Zuge dessen sollen beispielsweise neue Arten von intelligenten Robotern und virtuellen Agenten für die Rehabilitation realisiert und mit Therapeuten und Patienten erprobt werden. „Darüber hinaus werden die Themen Datenschutz, Datensicherheit und Privatsphäre bearbeitet, die gerade für die sensitiven medizinischen Daten von besonderer Bedeutung sind“, führt der Wissenschaftler aus.

KI-Forschungsstandort Hamburg mit langer Tradition

Der Forschungsbereich Künstliche Intelligenz (KI) und Kognitive Systeme ist eng verflochten mit dem Wissenschaftsstandort Hamburg: Am Fachbereich Informatik der Universität Hamburg wurde 1987 eines der ersten Labore für Künstliche Intelligenz (LKI) Deutschlands gegründet. An der Universität Hamburg, der Technischen Hochschule Hamburg (TUHH) und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) sind KI und Kognitive Systeme wichtige Forschungsfelder. Dazu gehört beispielsweise das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte internationale Projekt ‚Crossmodal Learning’ zum maschinellen Lernen.

Aktives Startup-Ökosystem

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Startups in der Hansestadt, die sich mit dem Thema KI beschäftigen: So arbeiten zum Beispiel die Gründer von Apoqlar an einem Programm, das CT- und MRT-Scans in ein dreidimensionales Modell umwandelt, das sich mithilfe einer Mixed-Reality-Brille direkt auf den Patienten projizieren lässt. Dahingegen hat sich die Hamburger Firma Synergeticon auf Softwarelösungen im Bereich digitaler Assistenzsysteme, kollaborativer Robotik und KI spezialisiert. Mehr dazu in unserer aktuellen KI-Serie.
sb/kk

Quelle und weitere Informationen
www.hamburg.de
www.ki-sigs.de

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