Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
Luftaufnahme Hafencity und Speicherstadt © www.mediaserver.hamburg.de/Andreas Vallbracht

Hamburg und Schweden: Da passt ganz viel zusammen

Schwedische Handelskammer eröffnet Zentrale in der Hansestadt. Norddeutsche und skandinavische Wirtschaft traditionell eng verbunden

„Hej och välkomna, kommt rein und bedient euch“, sagt Sara Johansson und deutet auf Glögg und Kanelbullar, schwedische Zimtschnecken. Als Gastgeberin ist sie ganz in ihrem Element. Die Schwedin und leidenschaftliche Wahl-Hamburgerin verkörpert den skandinavischen Lebensstil wie kaum eine andere. „Hamburg und Schweden haben viel gemeinsam“, sagt sie. Für die Unternehmerin ist es daher nur folgerichtig, dass die schwedische Handelskammer jetzt ihre Geschäftsstelle von Düsseldorf nach Hamburg verlegt. Am Donnerstag (12.12.) findet die feierliche Eröffnung der Räume im Hamburger Stadtteil Hammerbrook statt.

Erste agile Kommune Schwedens

In ihren Transformations-Workshops berichtet Johansson gern über die kleine schwedische Gemeinde Ängelholm. „Mit ca. 3.300 Mitarbeitern hat sie etwas Herausragendes geschafft“, so die Geschäftsführerin der Hamburger Beratung Baumgartner & Co. „Ängelholm ist die erste agile Kommune Schwedens. Für den besten Kundenservice und stark gestiegene Arbeitgeberattraktivität sei die Kommune mehrfach ausgezeichnet worden. „Eine völlig neue Organisation und der Weg dahin, könnte Benchmark sein auch für Organisationen des öffentlichen Sektors in Deutschland“, sagt die Unternehmerin.

Sara Johansson

Hamburg und Schweden eng verbunden

Die schwedische und die norddeutsche Wirtschaft sind traditionell eng verbunden. In Hamburg sind an die 1.000 Unternehmen am Außenhandel mit Schweden beteiligt, rund 110 schwedische Firmen haben Dependancen in der Hansestadt, darunter viele Deutschlandzentralen. Schweden ist von großer Relevanz für den Hafenverkehr. In den Top 10 der wichtigsten Handelspartner für den Hamburger Hafen belegt es den vierten Platz. „Hamburg und Schweden verbindet seit den Zeiten der Hanse eine enge Beziehung“, so Ingo Egloff, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing e. V.

Schweden-Startup analysiert mit KI Diversität in den Medien

Matilda Kong, Mit-Gründerin des schwedischen Medien-Startups Ceretai, analysiert mit ihrer Firma am Standort Hamburg Vielfalt und Gleichheit bei Medieninhalten. Mit Hilfe eines Tools auf Basis von künstlicher Intelligenz erstellt das Team umfassende Diversitätsanalysen zum Beispiel von Videoinhalten. Dazu haben sie unter anderen mit BBC, Tagesschau und NDR zusammengearbeitet. Damit lässt sich beispielsweise auch ein Einblick in die Sichtbarkeit von Frauen in den Medien geben. Hamburg Invest begleitete die Ansiedlung, das Startup wurde zudem vom Innovationsstarter-Programm InnoRampUp der IFB gefördert.

Matilda Kong

Starker Gründer-Standort

„Kein Land in der Europäischen Union kann gemessen an der Einwohnerzahl so viele erfolgreiche Startup-Gründungen vorweisen wie Schweden“, sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann anlässlich der Hannover Messe im April, auf der Schweden in diesem Jahr Partnerland war, am Stand der Hamburg Invest. „Auf 1.000 Beschäftigte kommen in Schweden derzeit 20 Startups. Da Schweden mit 10 Millionen Einwohnern ein relativ kleiner Markt ist, müssen sie sich schon früh am Weltmarkt orientieren. Für den Eintritt in den deutschen Markt bietet sich dabei traditionell Hamburg als Standort an.“ Da passt es, dass am Donnerstag mit dem Kinnarps Co-Lab auch gleich der erste schwedische Coworking Space in der Hansestadt öffnet. „Hamburg ist seit jeher das Sprungbrett für schwedische Unternehmen in den deutschen Markt”, freut sich der Geschäftsführer von Hamburg Invest, Dr. Rolf Strittmatter, über den Wechsel der Geschäftsstelle der schwedischen Handelskammer vom Rhein an die Elbe.

Was verbindet? Wo sind Lernfelder?

„Die Stadt Hamburg zeigt, dass sie großen Wert auf ein gutes Startup-Umfeld legt. Das macht es interessant, hier ein Unternehmen zu gründen”, so Matilda Kong von Ceretai. Sara Johansson ergänzt: „Die Schweden stehen dem Tempo der Digitalisierung allerdings viel aufgeschlossener gegenüber.“ Auch die Transparenz und der Austausch von Informationen sei viel stärker ausgeprägt. „Technologien, wie etwa neue Bezahlsysteme, sind längst Alltag. Selbst Bettler sind in Schweden mit Kartenlesern ausgerüstet.” Und was können die Schweden von uns lernen? Johansson: „Die Hamburger sind sehr klar und kommunizieren direkter miteinander, ohne, dass man zwischen den Zeilen deuten muss. Sie sind sehr gut organisiert und zielorientiert.“
oc/kk/sb

Quelle und weitere Informationen:
www.schwedenkammer.de
www.ceretai.com
www.baumgartnerco.de
www.hafen-hamburg.de

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