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Olaf Rotax dgroup Accenture © Olaf Rotax dgroup Accenture

Tech-Trends 2019: DARQ, individuelles Erleben, Cyber-Sicherheit

Diese Trends sollte Deutschland nicht verpassen, so Digital-Experte Olaf Rotax in den Hamburg News. Kreativfestivals wie die SXSW immer wichtiger

Neue Technologien sind immer ein Katalysator für Veränderungen. Zu den technologischen Herausforderungen, die Unternehmen als nächstes meistern müssen, gehören u. a. DARQ-Technologien (Distributed-Ledger-Technologie (DLT), Künstliche Intelligenz (AI), Extended Reality (XR) und Quantencomputer – sie werden der nächste Auslöser für Differenzierung und disruptive Technologien sein, meint Olaf Rotax, Managing Director bei der dgroup in Hamburg, einer der führenden Beratungen für digitale Transformation in Europa und Teil des globalen Accenture-Netzwerkes.

Hamburg News: Was sind die spannendsten Tech-Trends 2019, die Deutschland keinesfalls verpassen sollte?

Olaf Rotax: Auf jeden Fall folgende Trends, sie legen die Grundlage für das post-digitale Zeitalter: DARQ (Distributed-Ledger-Technologie (DLT), also dezentral geführte Kontobücher), Künstliche Intelligenz (KI), Extended Reality (XR) und Quantencomputer), Individuelles Erleben + Kennenlernen, Mensch + Maschine, (Cyber-)Sicherheit und Markplätze/Plattformen. Dabei bedeutet eine postdigitale Welt übrigens nicht, dass es die digitale Welt nicht mehr gibt. Ganz im Gegenteil – alles dreht sich um eine neue zentrale Frage: Unternehmen entwickeln ihre digitale Kompetenz, doch wodurch werden sie sich von anderen abheben?

Hamburg News: Welche davon sind insbesondere für den Standort Hamburg relevant?

Olaf Rotax: DARQ (= Distributed Ledger + Artificial Intelligence + Extended Reality + Quantum Computing). Hier wird die nächste Generation des 'Internet’ Realität. Die Schlüsselfrage lautet: Wie bereiten sich Hamburger Unternehmen darauf vor, wenn Distributed Ledger etc. Branchen wie Logistik und den Hamburger Hafen neu definieren?

Individuelles Erleben + Kennenlernen: Das Massenmodell stirbt aus. Wie können individuelle persönliche Angebote, z. B. im stationären Handel, geschaffen werden? Die Otto-Tochter Bonprix zeigt in ihrem neuen Retail Store in der Hamburger Innenstadt überaus innovative Ideen.

Mensch + Maschine: Einfache Arbeiten werden durch Maschinen ersetzt. Die Aufgabe Hamburger Unternehmen ist nun zum einen die Arbeit besser zu machen und gleichzeitig die Menschen mitzunehmen bzw. weiter zu qualifizieren.

Sicherheit: Ein Dauerthema, ein Datenskandal jagt den anderen. Hamburger Unternehmen müssen sich dringend vor zunehmender Bedrohung schützen und sich um die wachsende Komplexität in der Abwehr kümmern.

Marktplätze + Plattformen: Der Einzelhandel wird von Marktplätzen und Plattformen abgelöst. About you beispielsweise ersetzt mehr und mehr Otto, Deposit Solutions revolutioniert den Finanz-Sektor, Smaato den Mobile-Advertising-Markt. Welche Strategien verfolgen andere Hamburger Händler wie Tchibo oder Hersteller wie Nivea, Beiersdorf?

Hamburg News: Wie wichtig sind physische Treffen wie Kreativitätsfestivals, z. B. die South by Southwest (SXSW) in Austin?

Olaf Rotax: Sie sind sogar besonders relevant und wichtig, aus folgenden Gründen:

Spontanes Netzwerken: Gerade im digitalen und teilweise auch anonymen Zeitalter sind es die offenen und spannenden Leute sowie die individuellen und spontanen Gespräche, die Events wie die SXSW aus und zu einem emotionalen Erlebnis machen. Nicht das Geplante, sondern das Spontane ist der Reiz und immer die Frage: Was nehme ich aus meinem letzten Gespräch für mich mit?

Horizonterweiterung: Ich kann mich mit anderen Themen auseinandersetzen, die ich normalerweise nicht ständig im Fokus habe und mich mit Menschen austauschen, die ich sonst nicht treffen würde – und ich kann heute erleben, was morgen relevant wird. Aus meiner Sicht ist die SXSW eine der wichtigsten und wertvollsten Networking- und Business-Plattformen überhaupt.
kk/sb

Die Trends im Detail:

DARQ

DARQ-Technologien (Distributed-Ledger-Technologie (DLT), Künstliche Intelligenz (KI/AI), Extended Reality (XR) und Quantencomputer) werden der nächste Auslöser für Differenzierung und disruptive Technologien sein. Sobald diese ausgereift sind und konvergieren, können Unternehmen sie zum weiteren Ausbau ihrer digitalen Fähigkeiten nutzen und so intelligente sowie hochgradig individuelle, zeitnahe Erlebnisse schaffen, die das Leben ihrer Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter gestalten.

Individuelles Erleben + Kennenlernen

Technologiegestützte Interaktion schafft für Verbraucher eine technische Identität. Darin liegt der Schlüssel zum Verständnis der nächsten Generation von Konsumenten sowie zur Schaffung individueller, erlebnisorientierter Beziehungen im postdigitalen Zeitalter.

Mensch + Maschine

Neben bereits bestehenden menschlichen Fähigkeiten und Erfahrungswerten eignen sich Menschen vermehrt auch technologieorientierte Fähigkeiten an, um neue Arten von Arbeit auf neuen Wegen zu erledigen. Für Unternehmen ist daher dringend eine Anpassung ihrer Technologiestrategien erforderlich, um ihren Mitarbeitern Unterstützung in der Arbeitsrealität des postdigitalen Zeitalters bieten zu können.

Sicherheit

Globale Geschäftsverbindungen bedeuten für Unternehmen eine Erhöhung des Risikopotenzials. Führungskräfte müssen sich bewusst sein, dass – wenn sie mit Ökosystemen zusammenarbeiten, um erstklassige Produkte, Dienstleistungen und Erfahrungen zu liefern – (Cyber-)Sicherheit Teil ihrer Geschäftsausrichtung und des 'digitalen Hauses’ sein muss.

Marktplätze + Plattformen

Hier geht es darum, Kundenbedürfnisse in Echtzeit zu erfüllen. Denn genau das erwarten die Verbraucher in Zeiten von Amazon & Co. Neue Technologien schaffen eine Welt voll intensiv angepasster und auf Abruf verfügbarer Erlebnisse. Unternehmen müssen ihre Organisation diesen neuen Gegebenheiten anpassen, um die sich bietenden Chancen zu nutzen.

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