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Tourismusanalyse: Reiselust nie so groß wie 2018 © Yvonne Scheller

Tourismusanalyse: Reiselust war noch nie so groß

Fast zwei Drittel der Deutschen sind im letzten Jahr verreist – auch dank guter Konjunkturlage. Weitere Ergebnisse der Studie

“Eine florierende Wirtschaft und geringe Arbeitslosigkeit waren die Hauptgründe für den Reiseboom 2018“, erklärte Professor Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen bei der Vorstellung der 35. Deutschen Tourismusanalyse zum Auftakt der Reisemesse Oohh (6. bis 10. Februar) in den Hamburger Messehallen. 62% aller Deutschen packten demnach letztes Jahr ihre Koffer, so viele wie nie zuvor seit Beginn der Tourismusanalyse. Als repräsentativen Querschnitt der deutschen Bevölkerung wurden über 3.000 Personen ab 14 Jahren in persönlichen face-to-face Interviews zu ihrem Reiseverhalten befragt.

Senioren immer reiselustiger

Die durchschnittliche Reisedauer lag mit knapp 13 Tagen etwas hinter dem Wert von 2017, das eigene Land bleibt jedoch beliebtestes Reiseziel der Deutschen. In Europa ist Spanien nach wie vor Sehnsuchtsziel Nr. 1, gefolgt von Italien, das immer mehr deutsche Urlauber anlockt. Die Top-3-Fernreise-Ziele waren 2018 Asien/Fernost, Nordamerika und Nordafrika. Entscheidend für die Wahl des Reiselandes sind der Preis und ein subjektives Gefühl der Sicherheit, ergab die Studie. Überraschend: Besonders die über 65-Jährigen zeigten sich reiselustig. Verreiste 2017 „nur“ jeder Zweite von ihnen, waren es 2018 bereits fast zwei von drei, nämlich 61%.

Politik trübt Urlaubsvergnügen

„Urlaub bleibt auch 2019 die populärste Form des Glücks“, ist Professor Reinhardt überzeugt. Jeder zweite Deutsche plane im kommenden Jahr eine Reise. „Allerdings ziehen erstmals seit Jahren auch wieder einige Wolken am Horizont auf. Der Brexit und der Handelsstreit mit den USA können ebenso den Tourismus negativ beeinflussen wie die Angst vor Terroranschlägen oder einer einsetzenden Rezession.“ Daher hänge einiges davon ab, wie sich die Welt in den kommenden Monaten entwickle, betonte der Zukunftswissenschaftler.

Hamburg dank Elbphilharmonie auf der Weltkarte für Städtereisende

Einen anhaltenden Boom sieht Reinhardt im Bereich des Kreuzfahrttourismus und den Städtereisen. Hamburg sei dabei schon immer ein attraktives Reiseziel gewesen, dank der Elbphilharmonie fände sich die Stadt nun jedoch auf der Weltkarte für Städtereisende. „Die Elbphilharmonie ist ein echter Glücksgriff und ihre Attraktivität dürfte auch in den kommenden Jahren anhalten.“ Dabei stünde bei vielen Touristen gar nicht unbedingt ein Konzertbesuch auf dem Wunschzettel, „ein tolles Foto auf der Plaza reicht vielen schon.“

Sommer, Sonne, Strand und Meer – aber nachhaltig!

Kontinuierlich gestiegen sei in den letzten Jahren die Bedeutung von nachhaltigen und ökologischen Destinationen. Insbesondere für ältere Reisende gehörten eine intakte Umwelt, reine Luft und saubere Strände zum Urlaub dazu. Eine Renaissance erlebe jedoch auch die traditionelle Urlaubsformel ´Sommer, Sonne, Strand und Meer`, stellte Reinhard fest. `“Entsprechend gehört Destinationen, die einen sonnigen, erholsamen Urlaub inmitten einer intakten Natur bieten, die Zukunft.“
ys/kk

Quelle und weitere Informationen
www.tourismusanalyse.de

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